Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt
Diplom in allgemeiner Krankenpflege, Innsbruck/Universitätskliniken. Berufspraxis in Innsbruck, Göteborg, Stockholm und Wien. Studium der Philosophie und Geschichte, Universität Wien. Ausbildung zur Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, Wien. Seit 1990 Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflege, AKH/Universitätskliniken Wien. Unterrichtsschwerpunkte: Pflege von Patienten mit chronischen Erkrankungen, Palliative Care und Ethik in der Pflege.

Auszug aus:

Liebe und Alter

1. Einleitende Gedanken

Zu den grundlegenden Aspekten unseres Daseins gehört es, Verbundenheit und Anteilnahme mit anderen Menschen zu empfinden. So definieren wir uns laut Nussbaum durch mindestens zwei Arten von Verbundenheit: enge familiäre und/oder persönliche Beziehungen sowie Beziehungen sozialer und politischer Art. Ein Leben dem die Fähigkeit zur gegenseitigen Verbundenheit fehlt, ist ein reduziertes menschliches Leben, unabhängig davon, was es sonst noch aufzuweisen mag. Angesichts der steigenden Anzahl alter und sehr alter Menschen, ist auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema "Liebe" in all ihren Formen sowohl für die älteren Menschen, besonders in Bezug auf die individuelle Lebensführung als auch für Menschen, die in die Betreuung und Begleitung eingebunden sind, von großer Bedeutung, und zwar hinsichtlich einer theoretischen Auseinandersetzung als auch der praktischen Umsetzung.

2. Was ist Liebe? Versuch einer philosophischen Annäherung

Versuchen wir der Frage nachzugehen, was Liebe sei, ergibt sich eine Vielfalt von Antworten. So wird Liebe beschrieben als ....eines der stärksten Gefühle, das schwer zu begründen ist, .....Freude am Anderen, .....Vertrautheit und Geborgensein, ......geachtet und respektiert zu werden. Offensichtlich wird dabei, dass es sich um eine Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen handelt, und zwar um eine auf gegenseitiger Anziehung beruhende Beziehung. Da Liebe immer mit Gefühlen verbunden ist, die sehr tief sein können, verbindet man mit ihr stets etwas Innerliches und Intimes. Außerdem lässt sich erkennen, dass es nicht nur "die Liebe", sondern eine Vielzahl von Formen gibt.

In der Dynamik der Liebe entsteht eine Kraft, die mich zum Anderen streben lässt. Die Kraft, die die Liebende/den Liebenden mobilisiert, wird in der Philosophie als "Strebekraft" oder "appetitus" bezeichnet. Diese Strebekraft macht die Liebende/den Liebenden geistig, gedanklich, emotional und physisch mobil. Die Strebekraft spielt in nahezu allen Situationen des menschlichen Lebens eine wichtige Rolle. Sokrates formuliert dies folgendermaßen: "Liebe ist das, was uns auf das zustreben lässt, was wir nicht besitzen." Die Liebenden sind somit ineinander verzahnt. Liebe geht aber noch über das Empfangen hinaus und schließt das Geben zugleich mit ein. Buber formuliert diese Konstellation in folgender Weise: " Es gibt kein Ich an sich, sondern nur das Ich des Grundwortes Ich-Du und das Ich des Grundwortes Ich-Es." Die Ich-Du Konstruktion bezieht sich auf die Sphäre der Begegnung zweier Menschen, wo es um mich und dich geht. Das Entscheidende dabei ist, dass der Andere als bestimmter Anderer erfahren wird und somit in keiner Hinsicht als Objekt erscheinen kann. Bei Buber heißt es weiter: "Wer Du spricht hat kein Etwas zum Gegenstand" [.....] Die Beziehung zum Du ist unmittelbar. Zwischen Ich und Du steht keine Begrifflichkeit, kein Vorwissen und keine Phantasie [.....] kein Zweck, keine Gier und keine Vorwegnahme." Scheler versteht Liebe im Horizont eines sinnvollen und geglückten Lebens. "Liebe ist die Bewegung, in der jeder konkret individuelle Gegenstand, der Werte trägt, zu den für ihn und nach seiner idealen Bestimmung möglichen höchsten Werten gelangt; oder in der sein ideales Wertwesen, das ihm eigentümlich ist, erreicht."
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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Mag. Irene Achatz