Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt

Geboren 1940 in Graz. Studium der Medizin, Studium der Rechte in Graz. 1964 Promotion zum Dr. jur.. 1975 Habilitation für Privatrecht, seit 1978 Ordinarius für Bürgerliches Recht an der Universität Graz, Mitarbeiter am Salzburger Programm der ÖVP und am Modell Steiermark. 1976 - 1993 Landtagsabgeordneter in der Steiermark, 1974 - 1991 Vertreter der Steiermark im ORF-Kuratorium. 1985 - 1989 Klubobmann, Mitglied des Präsidiums des Steirischen Herbstes, Mitglied des Aufsichtsrates der Forschungsgesellschaft Joanneum, Mitglied und Vorsitzender des Aufsichtsrates der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft mbH. 1989 - 1996 Amtsführender Präsident des Landesschulrates für Steiermark. 1996 - 2001 Vorstand Institut für Bürgerliches Recht Uni Graz. Seit 2003 im Ruhestand.

Auszug aus
:
Der Generationenvertrag - Solidarität zwischen Alt und Jung

Wir sind nicht imstande, an etwas zu denken, was wir nicht vorher empfunden haben. (David Hume)
Denken bedeutet, Wünsche zu beerdigen. (Elfriede Jelinek)

I Der Stoff, aus dem die Kriege sind.

Es war im Sommerloch 2003, als der junge deutsche Bundestagsabgeordnete Mißfeldner zum Halali auf die Alten blies: Künstliche Hüften für Achtzigjährige, befand er, seien hinausgeschmissenes Geld. Krücken täten es auch. Die Medien griffen die "mutigen Äußerungen" des " Age" - Revoluzzers dankbar auf und füllten mehrer Wochen hindurch die karg bestellten Seiten. Auch in Österreich. "Der Konflikt der Generationen ist unvermeidbar", titelte beispielsweise der "Kurier". Hatte doch auch hierzulande eine 22 jährige Abgeordnete zum Nationalrat ultimativ einen Beitrag der Alten zur Finanzierung der anstehenden Pensionsreform eingefordert. Dass diese Generation Österreich mitaufgebaut hätte, wollte sie so nicht gelten lassen: "Viele von ihnen waren nicht unbeteiligt , dass das Land zerstört wurde." (B.Schilcher, 2003 ).


Die Antwort der Altvorderen ließ nicht lange auf sich warten. Bei uns wie beim nördlichen Nachbarn wurde den jugendlichen Aufwieglern die Gegenrechnung präsentiert. Die Generation 6oplus hätte ihren Generationenvertrag erfüllt, nämlich die Pensionen ihrer Eltern voll bezahlt und im Durchschnitt 2,5 Kinder pro Familie aufgezogen. Ganz anders hingegen die nachfolgende 40plus -Generation. Sie hätte die Geburtenzahl dramatisch auf 1,4 pro Familie gesenkt und sei außerstande, für die Pensionen ihrer Eltern zu sorgen. Ein doppelter Vertragsbruch also, den die Jungen nicht den Falschen anlasten sollten.

Das Sommerbeben verebbte schließlich im Kompromiss zur österreichischen Pensionsreform. Der erwies sich nämlich letzten Endes als mutig, effizient und sozial verträglich. Auch wenn der aktuelle Anlass somit vorbei war, bleibt die Grundstimmung auch jetzt noch labil. Viele fragen sich, welche Überraschungen noch kommen könnten. Die so häufig beschworene Solidarität zwischen den Generationen ist zumindest um einiges brüchiger geworden. Und nicht wenige wühlen in den Bruchlinien.

So wird immer wieder behauptet, dass der Generationenvertrag die Alten überproportional begünstige und die Kinder benachteilige. Darüber könne auch der herrschende Jugendkult nicht hinwegtäuschen: Die Absicherung der heute 20plus Generation im Alter liege in den Sternen.

Aber auch auf der anderen Seite werden alte Stereotypen und Vorurteile hervorgeholt und frisch poliert. Die Jugend habe das Arbeiten verlernt und feiere sich durchs Leben. ("Fun & Drug Generation"). Dazu komme der Tribut an die Bildungs- und Wellness Gesellschaft. Immer mehr junge Menschen würden bis zu ihrem dreißigsten Lebensjahr studieren - und dann mit 57 Jahren in die "wohlverdiente" Frühpension verschwinden. Blieben also gerade einmal 27 Erwerbsjahre - aber sage und schreibe 53 " unproduktive" Jahre.

Die neuerliche Retourkutsche ließ nicht lange auf sich warten. So wurde den "jungen Alten" beschieden, dass die meisten von ihnen gleichfalls noch vor ihrem 60sten Lebensjahr in Pension gingen und dort sodann ein Luxusleben auf teuren Kreuzfahrten und in Fünf-Sterne-Hotels rund um den Globus führten. Auf Kosten der Jungen, die vermutlich mit überhaupt keiner gesetzlichen Pension mehr rechnen könnten.

Das ist der Stoff, aus dem die Kriege sind. Am Ende wirft jeder dem anderen vor, den "Generationenvertrag" gebrochen zu haben. (B.Bräuninger et.al., 1998; R. Gronemeyer, 1998; H.Lampert, 1998; H.Mohler 1993)
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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Univ.-Prof. Dr. Bernd Schilcher