Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt

Geboren 1937 in Großnondorf. 1956 Reifeprüfung an der Lehrerbildungsanstalt in Wien 1. Ab 1956 Land- und Forstwirtschaftliche Sozialversicherungsanstalt (ab 1961 als Gruppenleiter). 1965 Abteilungsleiter der Bauernkrankenkasse (Bereich Versicherungs- und Beitragswesen). Ab 1974 Abteilungsleiter in der Sozialversicherungsanstalt der Bauern. Ab 1986 Direktor im Hauptverband der Sozialversicherungsträger (Bereich Sozialversicherungs-Akademie). Ab 1994 Generaldirektor-Stellvertreter, Pensionsversicherungsanstalt der Arbeiter. Seit 1998 in Pension. Seit den 70er Jahren wechselnde politische Tätigkeiten. Unter anderem: 1997 - 2000 Seniorenbund Bezirksobmann in Wien 14, 1997-1999 Landesobmann-Stellvertreter des Wiener Seniorenbundes, seit 1999 Landesobmann des Wiener Seniorenbundes.

Auszug aus:

Politik von und für ältere Menschen

1.
Politische und gesellschaftliche Mitbestimmung älterer Menschen Der Anteil der älteren Generation an der Gesamtbevölkerung ist hoch und wird aufgrund der Bevölkerungsentwicklung weiter zunehmen. Für die Mehrzahl der älteren Menschen (das "positive Alter") ist das Leben durch Aktivität, Unabhängigkeit, soziales Eingebundensein, Interessenvielfalt, rege Teilnahme am Freizeitleben und reges politisches Interesse geprägt. Der Widerstand gegen jede Art der Bevormundung nimmt deutlich zu. Trotz dieser Umstände stellen ältere Menschen keinen ihrem Potenzial entsprechenden Mitwirkungs- und Mitbestimmungsfaktor im gesellschaftlichen und politischen Leben dar. Der Zugang zu effizienter Einflussnahme auf politische Macht und politische Entscheidungen entspricht derzeit weder der Zahl noch der Qualifikation und der Fähigkeiten der älteren Generation.

Älteren Menschen wird - manchmal auch unbewusst - abwertend begegnet. Anstatt die Lebenserfahrung von Jahrzehnten zu achten und zu nutzen, werden nicht selten nur die Defizite älterer Menschen gesehen. Anstatt ihre Kapazitäten und kostbaren Potentiale wahrzunehmen und im politischen Alltag umzusetzen, wird der Ältere gedanklich auf das so genannte Altenteil abgeschoben. Es besteht die Tendenz, die Älteren in verschiedenen Bereichen bewusst auszugrenzen. Dies führt zu einer enormen Einschränkung des Selbstvertretungsrechtes. Besonders deutlich wird dies bei der Zusammensetzung der Kandidatenlisten für Wahlen und im Rahmen der Sozialversicherungs-Selbstverwaltung.

Der Versuch der "Alten", einen höheren Status bzw. mehr gesellschaftliche Anerkennung z.B. durch ein relativ hohes Konsumniveau oder durch familiäre Aktivitäten (Unterstützung der Kinder-Generation) zu erreichen, muss als wenig erfolgreich bewertet werden.

Es muss selbstverständlich sein, dass jede Gesellschaft notwendigerweise aus mehreren Generationen besteht und dass es immer um die Integration von Gruppen mit sehr verschiedenen Lebenslagen und Interessen geht. Einzelnen Gruppen - im gegenständlichen Fall der älteren Generation - die Teilhabe an der Macht bzw. an Entscheidungsprozessen abzusprechen, unterminiert die Gesellschaft selbst.

Eine zeitgemäße Seniorenpolitik muss gleichwertig mit anderen Politikfeldern die positiven Aspekte sowie Möglichkeiten der Mitbestimmung und Mitgestaltung durch ältere Menschen bei allen sie betreffenden (politischen) Entscheidungen betonen und diese Möglichkeiten schrittweise, aber zügig umsetzen. Diese Politik muss sich voll an den allgemeinen Bürgerrechten orientieren (einschließlich aller politischen Rechte). Jeder Ausschluss der Senioren von der politischen Teilhabe ist inakzeptabel, eventuelle Zugangsbarrieren sind abzubauen.

Es empfiehlt sich, das Verbot der Diskriminierung der älteren Generation in der Bundesverfassung und den Landesverfassungen festzuschreiben.

Es kann angenommen werden, dass die bestehenden Diskriminierungen den Interessenvertretungen der anderen Bevölkerungsgruppen hinlänglich bekannt sind. Deshalb gibt es doch auch einige Silberstreifen am Horizont für die ältere Generation: es gibt unter anderem eine (!) Abgeordnete zum Nationalrat als deklarierte Seniorenvertreterin, einige Bundesrats- und Landtagsabgeordnete sowie zwei Seniorenvertreter in der Trägerkonferenz des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger. Daneben gibt es Senioren-Beräte in verschiedenen Bereichen, die aber für die Ziele der älteren Generation (volle Gleichwertigkeit der Mitbestimmungsmöglichkeit) zumindest teilweise als kontraproduktiv bewertet werden müssen, weil sie

a) nicht gleichwertig mit den wirklich maßgeblichen Gremien sind,
b) der bestehenden Tendenz zur altersmäßigen Segregation der Gesellschaft Vorschub leisten.

Gerade diese Gettoisierung muss aber vermieden werden, weil es keinen sachlichen Grund gibt, für die Vertretung der Interessen der älteren Generation Sondereinrichtungen zu schaffen.

Schlussendlich wird es immer mehr zum Skandal, dass durch die Weigerung der großen Oppositionspartei, der Einführung der Briefwahl zuzustimmen, einem erheblichen Teil der älteren Generation das Wahlrecht de facto verweigert wird.

Von GD-Stv.a.D. LO Leopold Scherer findet sich im Buch "Die Freiheit hat kein Alter" außerdem ein Beitrag zum Thema "Gesundheit".
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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GD.-Stv.a.D. LO Leopold Scherer