Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt
Geboren 1940 in Kitzbühel. 1958 - 1964 Medizinstudium, Innsbruck. Stationen bis 1970: Klinik für Psychiatrie und Neurologie (Prof. H. Ganner), Pathologisches Institut (Prof. F.J. Lang). Klinik für Innere Medizin (Prof. H. Braunsteiner). Karrierestationen nach 1970: London School of Hygiene and Tropical Medicine. Regionalbüro der WHO, Kopenhagen (Medical Officer, Koordinator Europäische Herzinfarktregisterstudie). Große präventivmedizinische Studienprogramme bei Prof. Stamler, Chicago, USA. Seit 1974 wieder an der Universitätsklinik Innsbruck. Ab 1978 wissenschaftlicher Begleiter des ersten Tiroler Gesundheits- und Sozialsprengels. 1983 Habilitation (Tiroler Herzprojekt Oberperfuss 1977-1987). 1985 - 2005 Ärztlicher Direktor und Primarius des LKH Hochzirl.

Auszug aus:

Infrastrukturen für das vierte Lebensalter

Der Wert einer Gesellschaftsform wird einmal daran gemessen werden , wie sie ihre Alten behandelt hat. ( A. Einstein )

1.
Die Entwicklung der Geriatrie Die Briten haben die längste Tradition auf dem Gebiet der Geriatrie. Dr. Marjory Warren hat schon 1935 im West Middlesex Hospital eine spezielle geriatrische Abteilung errichtet, wo sie, aufbauend auf eine hervorragende Diagnostik mit der Rehabilitation älterer Menschen begann. Ihrem Konzept und dem Konzept der britischen Geriatrie lag zu Grunde,dass Alter für sich noch keine Krankheit ist und eine Reihe von Krankheitszuständen trotz Multimorbidität auf der Basis einer guten Diagnostik und entsprechender Therapie wesentlich verbessert werden können. Als Grundlage gilt bis heute , dass Bettlägrigkeit ohne unmittelbaren Grund für den alten Menschen gefährlich ist. Das weist auf die Mobilisation des alten Patienten/ der alten Patientin hin. Diese aktivierende Pflege ist aber sehr personalintensiv und daher kostenaufwendig. Nach dem 2. Weltkrieg nahm man sich zunächst in Glasgow , Manchester und London der akademischen Lehre an. Heute bestehen in Großbritannien mehr als 20 Lehrstühle für Geriatrische Medizin und es sind über 700 Fachärzte tätig. Seit 1950 ist die Geriatrie ein eigenständiges Fach. Die britische Geriatrie wurde wegweisend für die Geriatrie weltweit.


In Skandinavien wurde der erste Lehrstuhl bereits 1966 an der Universität Uppsala eingerichtet. Der zweite wurde 1977 in Göteborg errichtet. Heute besitzen alle schwedischen Universitäten entsprechende Lehrstühle. Norwegen hatte in den 1990er Jahren fünf Lehrstühle und Dänemark einen in Kopenhagen gegründet. In Dänemark ist die Geriatrie seit 1972 ein eigenständiges Fach. In Europa existierten in 325 medizinischen Fakultäten bereits Mitte der 1990er Jahre 88 Lehrstühle für Geriatrie. In Australien hatten 8 von 10 Universitäten einen eigenen Lehrstuhl.

1.1. Begriffsklärungen

Gerontologie: Gerontologie ist die umfassende Wissenschaft vom Alter in biologischer , soziologischer , medizinischer oder verhaltenswissenschaftlicher Hinsicht u.a.m.

Geriatrie: Geriatrie ist das Fachgebiet der Medizin , die gerontologische Medizin , die sich in erster Linie aus der Inneren Medizin , Neurologie und Psychiatrie herleitet. Heute gibt es bereits Unterdisziplinen wie Gerontopsychiatrie,die sich mit Depressionen oder Demenz beschäftigt und Gerontorheumatologie welche sich mit dem rheumatischen Formenkreis beschäftigt u.ä

Der geriatrische Patient: Ein geriatrischer Patient ist ein biologisch älterer Mensch, der durch altersbedingte Funktionseinschränkungen bei Erkrankungen akut gefährdet ist, zur Multimorbidität neigt und bei dem ein besonderer Handlungsbedarf in rehabilitativer , somatopsychologischer und psychosozialer Hinsicht besteht (Zentraleuropäische Arbeitsgemeinschaft geriatrisch - gerontologischer Gesellschaften , 1990)

Akutgeriatrie / Remobilisation (AG/R): Die Akutgeriatrie / Remobilisation umfasst sowohl die fächerüberschreitende Primärversorgung direkt aufgenommener geriatrischer Patienten als auch die Weiterführung der Behandlung akutkranker Patienten aus anderen Abteilungen. Sie erfolgt durch ein geriatrisch qualifiziertes ,interdisziplinäres Team und durch ein multidimensionales Behandlung-und Betreuungsangebot, das medizinische, funktionelle, psychische ,kognitive und soziale Aspekte der Erkrankungen geriatrischer Patienten gleichermaßen beachtet. Ziele sind die Behandlung der akuten Erkrankung , die Wiederherstellung und Erhaltung der Fähigkeit zur weitgehend selbständigen Lebensführung, die Vermeidung weiterer Funktionsverluste, die Erhöhung der Lebensqualität und die Reintegration in das gewohnte Umfeld. Zielgruppe sind geriatrische Patienten mit folgenden vorliegenden Kriterien.
  1. Somatische oder psychische Multimorbidität, die eine stationäre Akutbehandlung erforderlich macht.
  2. Einschränkung oder Bedrohung der Selbständigkeit durch Verlust funktioneller , gegebenen Falles kognitiver Fähigkeiten oder durch psychische Probleme im Rahmen einer Erkrankung
  3. Bedarf an funktionsfördernden, funktionserhaltenden oder reintegrativen Maßnahmen.

Sozial- und Gesundheitssprengel: Der Sozial- und Gesundheitssprengel ist eine gemeindeorientierte, ambulante Struktur auf Vereinsbasis mit einer zentralen Koordinationsstelle (Sprengelsitz). Die ideale Größe liegt bei 7.000-10.000 Einwohner und kann daher auch mehrere Gemeinden oder eine Talschaft umschließen. In größeren Städten hingegen bilden Stadtbezirke einen Sprengel.Wir unterscheiden obligatorische und fakultative Leistungen.
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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Prim. Univ.-Prof. Dr. Hans-Peter Rhomberg