Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt

Geboren 1949 in Linz. 1967 - 1974 Medizinstudium in Innsbruck und Wien, seit 1978 Allgemeinarzt in Steinerkirchen, OÖ, Umweltschutzarzt, allgemein beeideter gerichtlicher Sachverständiger. Seit 1978 in der Ärztekammer OÖ tätig: 1988 - 1989 1. Vizepräsident, 1989 - 2005 Präsident. 1990 - 1993 Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer, 1999 - 2003 Präsident der Österreichischen Ärztekammer. Seit 1989 Leiter des Referates für Medikamentenangelegenheiten. Seit 1995 Mitglied der String-Kommission des BMGF, seit 2003 Leiter des Hausapothekenreferates, Mitglied der Heilmittelevaluierungskommision des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Mitglied der Rezeptpflichtkommission im BMGF, Leiter des Referates für Kur- und Badeärzte, Leiter des Referates für Seniorenangelegenheiten. Seit 2004 Vorsitzender des Evaluierungsbeirates der ÖQMed, Vorsitzender des Qualitätsausschusses der ÖÄK.

Auszug aus:

Betreuung der 4. Generation durch die 3. Generation im Rahmen eines neuen Berufsbildes

Motivation und Beschreibung:

A) Die demographische Entwicklung:

Ich erinnere an die Daten der Statistik Austria. Es zeigte sich an Hand der Bevölkerungspyramide, daß weder durch Zuwanderung noch durch familienfördernde Maßnahmen, die relative Zunahme der Senioren und die daraus resultierenden Betreuungsnotwendigkeiten bewältigt werden können. Nach der Studie von Fessel+GfK (2006) ist das Gesundheitsgefühl der 60 bis 69 Jährigen verglichen mit anderen Altersgruppen am zweitbesten. Auch das Bewusstsein, dass die 4. Generation Hilfe erwartet und man demnächst auch selbst Unterstützung benötigen wird, ist bei den 60 bis 69 Jährigen in hohem Maße vorhanden. Es besteht daher nicht nur ein Handlungsbedarf für neue Überlegungen, sonder auch ein hohes Potential bei den über 60 Jährigen, sich bei der Betreuung der über 80 Jährigen zu engagieren. Rahmenbedingungen und Vorschläge über das Ehrenamt und die Freiwilligkeit hinaus fehlen.


B) Systematik der altersbedingten Pflege und Betreuung:

Akutgeriatrie, Pflegeheime, Mobile Dienste, gemeindenahe Altenbetreuung und die Großfamilie. Es besteht kein Zweifel, dass es der ausdrückliche Wunsch der Mehrheit der Senioren ist, möglichst lange im gewohnten, privatem Umfeld zu verbleiben. Die Kapazitäten der Pflegeheime sind ausgeschöpft, lange Wartezeiten sind die Norm. Der Mangel an Pflegekräften ist ein Faktum, das auch durch die Einbeziehung von ausländischen Pflegekräften nicht bewältigt werden konnte. Die künftige Finanzierung der Pflegeplätze in Pflegeheimen ist ungelöst

C) Helfende Hände:

Ich nehme ausdrücklich Bezug auf die Darstellung der Zusammenhänge, die Prof. Mazal in seinem Beitrag schildert . Es ist nicht zu erwarten, dass es in Zukunft einen einklagbaren Generationenvertrag gibt. Die Verantwortung für den Lebensabend liegt in den Händen einer humanen Sozialpolitik, die die Vorraussetzungen für die Betreuung unserer hochbetagten Senioren schaffen muß. Die Aufgabe, die 4. Generation zu betreuen, kann in ihrer Dimension nicht durch die Erwartung auf Freiwilligkeit und Ehrenamt bewältigt werden. Ein Lösungsansatz wäre es, die 60- bis 75-jährigen im Rahmen eines Berufsbildes in den Betreuungsprozess einzubeziehen. In einem zeitlich befristeten Engagement einer altersbunten Gesellschaft könnte die Gelegenheit geboten werden, über Be-(Ent-)lohnung einen Lebensinhalt und Zusatzverdienst zu bekommen und damit gleichzeitig die humanen Lebensumstände von betreuungsbedürftigen über 80 Jährigen abzusichern. Nicht unwesentlich muss in diesem Zusammenhang auch der Hinweis auf die einfache Finanzierbarkeit eines Seniorenhelfers bei Bestehen des Pflegegeldes sein. Neben den schon genannten legistischen Vorraussetzungen könnte die Unterweisung für den Seniorenhelfer eine Aufgabe eines Lehrganges an einer Akademie für Senioren sein, die seniorenzentriert eine Reihe weiterer Aufgaben im Sinne eines lebenslangen Lernens übernimmt.
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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Präs. Dr. Otto Pjeta