Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt
Geboren 1938 in Wien. Regie- und Schauspielstudium, Akademie für Musik und Darstellende Kunst (Max Reinhardt-Seminar), Studium der Theaterwissenschaft, Wien. Zahlreiche künstlerische Aktivitäten als Inspizient, Regisseur, Autor und Redakteur im In- und Ausland. Ab 1967 führende Funktionen im ORF (1984 - 1993 Programmintendant Fernsehen). Träger zahlreicher Auszeichnungen und Preise. Seit 2000 Intendant der Raimundspiele Gutenstein.

Auszug aus:
Vom Denken und von Gedanken über Ältere Menschen und Kultur

Oh, Mitmensch, seiest Du Frau, seiest Du Mann, lass´ Dich nicht vereinnahmen, Dich nicht in Klassen und Kasten einteilen und normieren als "Pensionist" ! Traue keinem "Hirtenbrief" von Parteivorsitzenden an die Adresse mit dieser einschränkenden Bezeichnung. (Wenn schon Punzierung, dann den Ehrentitel "Senioren"). Sei vorsichtig in diesen Tagen des Wahlkampfes mit Versprechungen aus den Denkwerkstätten der "Spin Doktoren". Oh, Mitmensch, der Du gelernt hast Deine Tage zu zählen, auch wenn sie in Jahre gebunden sind und Du dadurch ein weises Herz besitzt, denke und bedenke, dass Du einzigartig bist und wir alle älter werden von Geburt an. Denke und bedenke, dass niemand weiß, wie viele Tage ihm noch geschenkt sind. Wozu geschenkt ?

Das Leben scheint gelebt, mehr oder weniger erfolgreich, mehr oder weniger gerecht, mehr oder weniger glücklich. Was ist zu tun? Außer der Instandhaltung des Alltags, der immer beschwerlicher wird und der Behandlung von "Wehwehchen", die immer häufiger werden. Was ersinnen gegen Nachtgedanken, dass Ruhm ein leerer Wahn ist und der Traum vom Glück eine Illusion? Alles vergänglich! Wie wenig wissen wir über und von "Unsterblichkeit", also hoffnungslos dem Vergessen preisgegeben? Was hat das mit Kultur zu tun? Ich wage einen Gedanken: Wenn ich zu wählen habe, zwischen einer "Kultur des Todes" und einer "Kultur des Lebens", dann entscheide ich mich lieber für zweiteres.

Die Kultur des Todes hat viele Facetten und feiert "fröhliche Urständ´" in diesen Zeiten. Es ist die Kultur der Gewalt, die Kultur des beinharten Konkurrenzkampfes, die sogenannte Kultiviertheit von Freiheiten, die sich zum Bösen neigen. Oh, Mitmensch, mache Gebrauch von Deiner Meinungsfreiheit und äußere Dich, wenn Du Deinem Gefühl und Gewissen folgend, feststellen musst, dass Kunst zur politischen Agitation in ihrer Freiheit missbraucht wird und Theater "als Fortsetzung der Politik, nur mit anderen Mitteln" gesehen wird.
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

Text drucken
Schrift vergrössern
Ernst-Wolfram Marboe