Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt

Geboren 1935 in Afrika. Dissertation in Pharmakologie in Graz. 6 Töchter, 15 Enkelkinder. 30jährige Tätigkeit im Aufbau der Gesundheitsförderung als Vorstandsmitglied der heutigen Styria vitalis. 1981 - 1991 aktiv in der Politik tätig (ÖVP Bundesrätin, LAbg in der Stmk, 3. Landtagspräsidentin). Mitbegründerin des Fonds "Gesundes Österreich" (heute Kuratoriumsmitglied). ÖRK Vizepräsidentin. Weitere ehrenamtliche Tätigkeiten.


Auszug aus:
Das Bild einer eigenen, selbständigen, eben "neuen Generation" (55-75) bewusst machen.

Wenn wir von einer "neuen Generation" sprechen, dann müssen wir auch lernen sie deutlich zu definieren und abzugrenzen. Bisher liegt im allgemeinen ein falsches Bild dieser Generation vor, das revidiert werden muss, um Möglichkeiten und Bedürfnisse dieser Generation dem rechten Maß zuzuordnen. Wer ist die "neue Generation"? Sind es die 55- bis 75jährigen? oder die 60- bis 80jährigen? Die Grenzen sind fließend werden sich aber nach oben verschieben. Laut Statistik ist die Pflegebedürftigkeit mit 1% sowohl bei den 20- bis hin zu den 80jährigen durchgehend gleich bleibend und steigt die Quote der Pflegebedürftigen erst dann bei über 80 Jahren sehr schnell an.

Wir sprechen mit der "neuen Generation" Menschen an, deren Lebenszeit in diesem Segment sich über 20 Jahre erstreckt. Diese Zielgruppe steht nun unserer Überlegung zur Verfügung und sollte daher auch nicht ständig mit den Hochbetagten in einem gemeinsamen Konzept angesprochen werden. Politik, Wirtschaft, Medien etc sollten daher dieser Generation einen eigenen Stellenwert geben. "Leitbilder" schaffen.

Die Sinnfrage.

Die Frage nach dem Lebenssinn ist dem Menschen wesenseigen. Sinn kann man nicht verordnen, da die Sinnfrage sehr Persönlichkeitsbezogen ist. Für die "neue Generation" stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens deutlich in den Vordergrund. Gläubige Menschen haben aus wissenschaftlich beobachtetem Grund einen Schlüssel in der Hand für mehr Geborgenheit und Akzeptanz, die eigene Lebenssituation einzuordnen. Sie sehen das Leben sozusagen aus einer anderen Perspektive - sie sind "existenziell integriert" - (Zulehner) - wer gläubig ist, kann mit Fehlschlägen, Kummer und Leid - die zu jedem Leben gehören - besser umgehen.

Unsere christliche Kultur sollte bewusst erlebt werden können zB eine Aktion wie "die lange Nacht der Kirchen" könnte neue Anstöße vermitteln.

Die Frage nach dem Lebenssinn steht aber auch immer im Bezug vom ICH zum anderen Menschen. Daher gehört der "Ehrenamtlichkeit" in unserer Gesellschaft eine besondere Aufmerksamkeit. Ehrenamtlich bedeutet nicht nur Hilfe für andere Menschen sondern ist letztendlich auch immer mit einer persönlichen Weiterbildung verbunden - ein positiver Bumerang, der zurück kommen kann und berechtigt und befähigt spätere Hilfe leichter anzunehmen.

Als Beispiel für viele andere Organisationen möchte ich die ehrenamtliche Leistung des ÖRK (Österreichisches Rotes Kreuz) aufzeigen: 2004 waren es 45.833 freiwillige Mitarbeiter im ÖRK die 10.304.195 freiwillige, unentgeltliche Stunden leisteten!! Bei einem Stundensatz von EUR 20.- umgerechnet , kommt man auf einen Wert von 206 Mio. Euro!! Unser Staat, unsere Gesellschaft kann ohne das Ehrenamt gar nicht existieren, beim Ausfall dieser zwischenmenschlichen Hilfe wäre die weitere Belastung des Budgets dramatisch, verbunden mit einer Verarmung dieser schönen menschlichen Hilfsbereitschaft.

Diese Fakten sind viel zu wenig in der Öffentlichkeit bewusst und müssen dringend aufgewertet werden. "Für Hilfe", ist oft die Meinung, "ist der Staat zuständig!" Kann der Staat das alles leisten? Lange Zeit wurde dieser Schein politisch vermittelt. Bessere Wege müssen gesucht werden, diese falsche Meinung zu revidieren: In Deutschland spricht man von einer "freiwilligen Kultur" es gibt dort auch eine Akademie für Ehrenamtliche!

Mobilität und Integration.

Gegenwärtig wird unter Integration meist die Integration von Ausländern verstanden. Es geht aber auch um die Integration der Menschen, die aus ihrer Arbeitswelt ausscheiden, häufig allein leben und eine neue Lebensplanung vor sich haben "müssen".

Haben früher die Jungen von den Alten gelernt, so ist es heute meist umgekehrt. Die Jungen sind aber oft geografisch entfernt oder nicht verfügbar. Es ist daher zu überlegen, wo und was Menschen im Alter der "neuen Generation" angeboten werden könnte um mit neuen Entwicklungen und Angeboten umgehen zu können, um so ihre Mobilität zu erhalten und ihre soziale Einbindung zu ermöglichen.

Gesundheitsförderung.

Meist wird der gesundheitliche Aspekt im Rahmen der Gesundenuntersuchung und Prophylaxe gesehen. Diese bezieht sich auf das einzelne Individuum mit den entsprechenden Gesundheitsdaten, mit der Vermeidung von Risiken, die die Gesundheit gefährden. N

eben den vermeidbaren Risikofaktoren gibt es aber auch die Unvermeidlichen - älter werden ist ein Risikofaktor!!

Wesentlich ist für die "neue Generation", sich auf das Alter vorzubereiten!! Deshalb wird auch das Umfeld immer wichtiger. Die oben angeführten Punkte sind ein wesentlicher Beitrag für die Gesundheit dieser Generation. Wer im Leben einen Sinn sieht, wer die Möglichkeit hat, die eigenen Fähigkeiten auch weiterhin einzusetzen, wer eingebunden ist in Familie und Gemeinschaft, wer sich akzeptiert und geliebt fühlt, wer gelassener durch Erfahrung wird und mit Humor das tägliche Geschehen betrachtet, wer Freunde hat, um Freuden und Sorgen sowie auch den Schmerz mitzuteilen und so zu teilen, hat weniger körperliche wie auch psychische Probleme und eine bessere Chance die geschenkten Jahre glücklich und aktiv zu erleben.

Die Generation der Großeltern.

Die "neue Generation" ist auch die Generation der Großeltern. Vielen Großeltern ist nicht bewusst, wie wichtig ihre Aufgabe ist - abseits von der finanziellen Unterstützung oder dem zeitlichen Einsatz. Im Gegenteil zum offiziellen Jugendkult ist Enkelkindern diese Ansicht fremd. Kinderseelen sind noch unbeschriebene Blätter, die bereit sind, Erfahrungen und Bilder auf zunehmen. Enkelkinder hören gerne zu, sodass auch für unsere christliche Kultur hier erste Inhalte vermittelt werden können, die später zwar oft mit anderen Bildern überdeckt werden, aber vorhanden bleiben. Großeltern sollten Hobbys und Spiele gemeinsam mit den Kindern erleben - aus Erfahrung ist mir bekannt, dass viele spätere Erinnerungen von Erlebnissen mit den Großeltern geprägt sind.

Diese Denkwerkstatt mit der Aufgabe diese neu zur Verfügung stehende Generation erstmals auch neu zu definieren und zu überdenken ist eine politische Chance für die Zukunft.
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky