Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt

Geboren 1933 in Wiener Neustadt. Promotion zur Dr.jur., Studium der Theaterwissenschaften, Sprachstudien in Paris und an der Universität Cambridge. Juristin, ehrenamtlich tätig als Bewährungshelferin, Geschäftsführerin einer Filmproduktion. 1973 - 1987 Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin der Stadt Wien (Soziales und Gesundheit), Österreichische Frauenbewegung: 1977 - 1984 Generalsekretärin, 1984 - 1991 Bundesleiterin, seit 1998 Ehrenbundesleiterin. 1987 - 1991 Bundesministerin für Umwelt, Jugend und Familie, 1987 - 1993 Int. Präsidentin der Europäischen Frauen Union, 1995 - 2005, stv. Obfrau des Österreichischen Seniorenbundes, 1996 - 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments,2001 - 2004 Seniorenbeauftragte der Europäischen Seniorenunion, seit 2005 Europabeauftragte des Österreichischen Seniorenbundes.

Auszug aus:
Europäische Werte als Zukunftshoffnung für die ganze Welt

Eine Aufgabe für die Senioren Europas

I. Europa muss für seine Werte kämpfen

Es ist die Generation der heutigen Senioren gewesen, die aufgrund der bitteren Lebenserfahrung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Sehnsucht vieler Europäer aufgegriffen hat und ein gemeinsames "Haus Europa" geplant und aufgebaut hat. Diese verantwortungsbewußte Haltung der Zukunft gegenüber zeigt sich auch ganz klar in Umfrageergebnissen. Auf die Frage, ob Österreich bei der EU bleiben sollte antworteten mehr als die Hälfte der befragten Senioren (55%) mit Ja. Nur ein Drittel war für einen Austritt aus der EU. Ganz klar auch das Ergebnis bei den Befragten nach einen Beitritt der Türkei. 73% der Befragten sprachen sich dagegen aus, daß Österreich sich für einen Beitritt der Türkei stark macht. Auch die Lösungskompetenz der EU wird von den Senioren sehr positiv gesehen: 95% der Befragten halten eine europaweite Verbrechensbekämpfung für notwendig. 74% sehen Entwicklungshilfe als eine europäische Aufgabe.


Das dritte Jahrtausend ist durch vielfältige, sich rasant vollziehende Entwicklungen gekennzeichnet. Weltweite Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, und vor allem auch das Zusammenleben der großen Religionsgemeinschaften bringen große Aufgaben mit sich, die bewältigt werden müssen.

Aus den bitteren Lebenserfahrungen zweier Kriegsgenerationen halten wir folgende Grundwerte für unverzichtbar:


Die Würde des Menschen ist unantastbar von der Entstehung des Lebens bis zum Tod, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Alter oder Behinderung. Niemand darf der Folter unterworfen oder zur Todesstrafe verurteilt werden. Wir sind stolz darauf, dass es in der Europäischen Union keine Todesstrafe gibt.

Das Recht auf Freiheit umfasst Gedankenfreiheit, Gewissensfreiheit und Religionsfreiheit ebenso wie die Freiheit der Meinungsäußerung, der Informationsfreiheit, der Versammlungs- und Vereinsfreiheit, und der Freiheit von Kunst und Wissenschaft.

Menschen, wegen des Wechsels ihrer Religion zur Todesstrafe zu verurteilen, ist ein Verbrechen und muss von uns als solches verurteilt werden. Zwangsverheiratungen und Ehrenmorde, wie sie auch in Europa tagtäglich stattfinden, sind scharf zu verurteilen und strafrechtlich zu verfolgen. Meinungs-, Presse- und Informationsfreiheit sind ebenso wenig verhandelbar wie die Freiheit der Kunst und Wissenschaft

Alle Personen sind vor dem Gesetz gleich. Die Gleichheit von Mann und Frau darf in Europa nicht durch den Hinweis auf eine andere Kultur oder Tradition, oder gar durch den Verweis auf eine andere Religion verletzt werden. Eine weniger strenge Bestrafung eines Ehrenmordes oder der Hinweis auf eine andere Kultur, ist durch Gesetzesänderung unmöglich zu machen. Auch die Zwangsverheiratung und Bigamie müssen durch entsprechende Gesetze stärker kriminalisiert werden.

Wir fordern:


"International setzt man jetzt auf einen Dialog mit der islamischen Welt, um die Konfrontation zu mildern. Das kann ein brauchbares Mittel sein, so lange dieser Dialog richtig verstanden wird. Es kann dabei nämlich in keiner Weise darum gehen, zentrale Werte wie die Menschenrechte auch nur ansatzweise in Diskussion ziehen zu lassen. Dialog kann nur darauf ausgerichtet sein, der anderen Seite dieses unser Selbstverständnis zu vermitteln. Und dazu die Information, dass aus dieser fortgeschrittenen westlichen Sicht die gesellschaftlichen Verhältnisse und Regeln der islamischen Welt, dass deren wütender Antisemitismus für uns ein wesentlich größeres Ärgernis darstellen als der Verstoß gegen ein religiöses Gebot, das selbst im Islam nicht immer und heute auch nicht überall gilt. Solche selbstbewußte Trennschärfe ist schon nötig, um nicht den Radikalen in der moslemischen Minderheit in Europa falsche Signale der Nachgiebigkeit zu senden." (Peter Rabl, Kurier)
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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Dr. Marilies Flemming