Irene Achatz
Dr. Helmut Baumgartner
Dr. Irmgard Bayer
Dkfm. Herbert Binder
Prof. Dr. Rudolf Bretschneider
Univ.Prof. Dr. Gerhart Bruckmann
Dr. Günther Burkert-Dottolo
Dr. Hubert Feichtlbauer
Dr. Gottfried Feurstein
Dr. Marilies Flemming
Generalkonsul KR Rudolf Frey
Dr. Werner Haidenthaler
Dr. Klaus Hecke
BR a.D. Dr. Lindi Kalnoky
LAbg.a.D. Mag. Franz Karl
Univ.Prof. Dr. Andreas Khol
Univ.Prof. Dr. Franz Kolland
LAbg. Ingrid Korosec
HR Dr. Ewald Kutzenberger
E.-W. Marboe
Dr. Martin Mayr
Univ.Prof. Dr. Wolfgang Mazal
Dr. Otto Pjeta
Univ.Prof. Dr. Manfred Prisching
Dr.H.-P. Rhomberg
Dr. Leopold Rosenmayr
GD-Stv.a.D. Leopold Scherer
Univ.Prof. Dr. Bernd Schilcher
Univ.Prof. Dr. Elisabeth Seidl
Dr. Gerhard Silberbauer
Abg.z.NR Ingrid Turkovic-Wendl
Univ.Prof. Dr. Paul M.Zulehner
Prof. Dr. Peter Zellmann
Oberst Wolfgang Haupt

Geboren 1944. Studium der Psychologie, Germanistik und Leibesübungen. 1965 Einstig beim damaligen Fessel-Institut, langjähriger leitender Angestellter. 1973 in die Geschäftsführung berufen. Seit 1970 Lehrauftrag für Publizistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Wien. Seit 1994 im Vorstand der GfK Custom Research Worldwide in Brüssel.

Auszug aus:

Vielfalt der Lebensformen im Alter

Beginnen möchte ich mit einer Art Geständnis: den Anstoß zu meiner Beschäftigung mit den Fragen des Alters und des Alterns gab (in meinen jungen Jahren) ein einschlägiges Symposion der ÖVP (rund um die Pläne zur Lebensqualität). Ich habe mich damals mit Ursula Lehrs "Psychologie des Alters" beschäftigt und dann in meiner beruflichen Tätigkeit als Marktforscher/Medienforscher/Sozialforscher viel einschlägige Erfahrung gesammelt (wobei mich oft verblüfft hat, wie ignorant der Umgang der Wirtschaft/der Werbung/der Medien mit den Phänomenen der "age wave", der "altersbunten Gesellschaft" u.ä. war und ist; wie wenig nicht nur berechenbare demographische Entwicklungen, sondern auch eine neue Wirklichkeit wahrgenommen werden). Stark beeinflusst hat mich meine mittlerweile langjährige Zusammenarbeit und Freundschaft mit Leopold Rosenmayr, dem ich viele Anregungen verdanke - aber selbstverständlich ist er für das, was ich hier und heute sage, nicht verantwortlich. Auch nicht für die Auswahl der Zitate.

Dass die Zahl älterer Menschen relativ und absolut steigt, dass die Lebenserwartung zugenommen hat (keine Selbstverständlichkeit!) ist allgemeines Wissensgut. Dass das relativ neue Phänomen des "langlebigen Menschen" aber auch Konsequenzen für eine Art "Lebensplanung" haben sollte, wird weniger oft realisiert (was möglicherweise - noch - am Fehlen von Vorbildern und der Beharrlichkeit von Klischees liegt. Bis vor nicht allzu langer Zeit dominierten in den Medien "Pensionistenbilder" in Form taubenfütternder Parkbankbesitzer, die jetzt allmählich vom Hyperaktiven allzeit fröhlichen Postjugendlichen abgelöst werden). Die Wirklichkeit - auch von der Sozialforschung nur höchst unzureichend erfasst - ist bedeutend bunter. Eine Typisierung anhand von Wertorientierungen und (Freizeit)Aktivitäten wie wir sie regelmäßig durchführen, zeigt zumindest 4 Gruppen denen wir Namen gegeben haben:

Die Flotten (16%) - "Ich bin nicht alt": Das sind die Jüngsten, häufig berufstätig, weitgehend gesund, gesellschaftlich und sozial aktiv, am Puls der Zeit, erfolgreich, wohlhabend, technologieinteressiert, männlich.

Die Neugierigen
(27%) - "Ich gönne mir noch etwas": Das sind die Aktiven und Positiven, nicht nur die Familie steht im Vordergrund, man fährt gern fort, ist urban, intellektuell, individualistisch und häufig aus der Mittelschicht.

Die Zufriedenen
(30%) - "Ich genieße mein Alter im Kreise meiner Lieben": In dieser Gruppe findet sich eine stärkere Familienorientierung, Kinder und Enkel sind wichtig, auch modernen Entwicklungen werden positiv eingeschätzt, dennoch eher häuslich, weiblich, auf den privaten Bereich konzentriert, sie orientieren sich an anderen und deren Wohl, sind sicherheitsbewusst, weniger wohlhabend und weisen eine ökonomische Vernunft auf.

Die Zurückgezogenen
(27%) - "Ich habe resigniert": Hier finden sich Isolation, Krankheit, Immobilität, Aktivitäten und Interessen haben an Bedeutung verloren, es gibt wenig sozialen Anschluss, sie sind eher einsam, eher passiv und die Finanzen sind prekär.

Nur eine Gruppe - die Zurückgezogenen - entspricht dem herkömmlichen Altersstereotyp (Krankheit, Immobilität, Isolation, Passivität, etc.). Ihre Größe sollte davor warnen, auf die neuen Stereotype vom Hyperaktiven Konsumsenior hereinzufallen. [Herkömmliche Studien "übersehen" infolge Unbefragbarkeit auch leicht die "Hochbetagten", die Menschen mit Mehrfacherkrankungen, Personen mit Demezerkrankungen bzw. all jene, die nicht (mehr) in Privathaushalten leben. Sie zeichnen also leicht ein allzu rosiges Bild.]

In unserem Buch "Die Freiheit hat kein Alter" findet sich auch ein Auszug von Bretschneiders Studie: "Generation 50+ 2006"
Diskussionspapier

Teilnehmer der Denkwerkstatt

Österreichischer Seniorenkongress

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Univ.-Prof. Dr. Rudolf Bretschneider